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Aufzeichnungen und Fotografien des Gefreiten der Landwehr Franz Vogt (1878−1944) aus Gesmold, Landkreis
Osnabrück, vom 2. August 1914 bis
16. Dezember 1918, herausgegeben und
kommentiert von Gisela Fleischmann

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Deutsche Kriegszeitung Lille, 20. Januar 1917
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/feldztglilkr1916bis1917/0364

»Einem abgenutzten Spruch zufolge geht das Leben weiter, aber die Frage ist doch: Wie geht es denn weiter, das Leben? Krieg, Blut und Tod anderswo erinnern uns daran, wie kostbar der Frieden, die Menschlichkeit und die Liebe sind.« Gero von Randow in Die Zeit am 28. August 2014.

Die Abbildung im Kopf der Seite zeigt einen Ausschnitt aus einer französischen Postkarte mit französischen, belgischen und luxemburger Soldaten: FrontiĂšre franco-belge-luxembourgeoise Longwy—Arlon—Luxembourg. Postkarte: Sammlung Franz Vogt.

Die Aufzeichnungen und Zitate erscheinen in der Schreibweise der Originale.

mail@handschriften-lesen.de www.handschriften-lesen.de

Franz Vogt

Gefreiter der Landwehr

1914–1918

19. Januar 1917

Heute habe ich zum ersten Male in vorderster Stellung genau die englischen GrĂ€ben beobachten können. Mir ist so bange zu Mute gewesen da vorne, dauernd den Tod vor Augen. Manchen Stoßseufzer hab ich nach oben gesandt, wenn schwere Minen und Geschosse neben mir einschlugen. Herr, wie Du willst, denkt unwillkĂŒrlich ein guter Christ, Dir empfehle ich mein Leben.

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Aufruf! / An die Frauen und Töchter Berlins. / Auf viele Anfragen hin, in welcher Weise sich die Frauen und Töchter Berlins in ehrenamtlichen Hilfsdienst bei uns / betĂ€tigen können, geben wir hierdurch öffentlich bekannt. / Wir unterhalten 109 Anstalten in allen Teilen Berlins. | 39 Beamten- und MittelstandskĂŒchen, / 35 SuppenkĂŒchen fĂŒr Kleinkinder, | 36 Volkskinderhorte und Kleinkinderheime. / Die Anforderungen an den Verein wachsen tĂ€glich, so dass trotz der zahlreichen Angestellten, deren Verminderung / keineswegs beabsichtigt ist, ein grosses Feld fĂŒr ehrenamtliche BetĂ€tigung offen bleibt. / Wir bedĂŒrfen der UnterstĂŒtzung in folgenden Arbeiten: / Aufsicht in der Lagerhaltung. / FĂŒr junge Personen: UnterstĂŒtzung beim Kochen und allen wirtschaftlichen Arbeiten, wie GemĂŒseputzen und allen / notwendigen Vorarbeiten. / Meldungen von Frauen und jungen MĂ€dchen, die gewillt sind, sich in den genannten Arbeiten ernsthaft zu betĂ€tigen, / werden im „DirektionsbĂŒro der MittelstandskĂŒchen Berlin W., NĂŒrnbergerplatz 4, I“ persönlich von 9–11 Uhr vormittags, / sowie 3–7 Uhr nachmittags entgegengenommen. Schriftliche Anmeldungen sind an das gleiche BĂŒro zu richten. / Der Vorstand des Vereins fĂŒr KindervolkskĂŒchen und Volkskinderhorte Berlin. E. V. / Herrmann Abraham, / Vorsitzender. Berliner Tageblatt, 17. Januar 1917

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Der nÀchste Beitrag erscheint am 2. Februar 2017.

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