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Aufzeichnungen und Fotografien des Gefreiten der Landwehr Franz Vogt (1878−1944) aus Gesmold, Landkreis
Osnabrück, vom 2. August 1914 bis
16. Dezember 1918, herausgegeben und
kommentiert von Gisela Fleischmann

»Das Jahr 1917 hatte Entwicklungen mit weitreichenden Folgen gebracht, aber keine Entscheidung. Die Vereinigten Staaten waren in den Krieg eingetreten. Die Bolschewiki hatten die Macht übernommen und Russland war aus dem Krieg ausgeschieden. […] Der Friedensvertrag, den die Mittelmächte mit Russland am 3. März 1918 unterzeichneten, verschaffte ihnen eine Entlastung an der Ostfront. Aber die Tatsache, dass die massiven territorialen Veränderungen ein klarer Verstoß gegen die von Woodrow Wilson in seinem 14-Punkte-Programm propagierten Prinzipien waren, sollte sich rasch als schwere Hypothek für Deutschland erweisen.« Ernst Piper: Nacht über Europa, Berlin 2013, S. 429
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Berliner Tageblatt, 27. Januar 1918
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Die Abbildung im Kopf der Seite zeigt einen Ausschnitt aus einer französischen Postkarte mit französischen, belgischen und luxemburger Soldaten: Frontière franco-belge-luxembourgeoise Longwy—Arlon—Luxembourg. Postkarte: Sammlung Franz Vogt.

Die Aufzeichnungen und Zitate erscheinen in der Schreibweise der Originale.

mail@handschriften-lesen.de www.handschriften-lesen.de

Franz Vogt

Gefreiter der Landwehr

1914–1918

1. Februar 1918

Das Leben nimmt seinen gewohnten Gang. Wir haben Lichtmess und schon sehr schönes Wetter. Ich war heute zur Kommunion. Die Kirche wird hier so stark besucht, die Leute sind sehr fromm. Die Leute aus dem Haus, wo die Küche ist, gehen jeden Morgen zur heiligen Messe, die Männer sowohl wie die Frauen. Das Leben am Sonntag erinnert mich so recht an die schöne Heimat. Am Sonntag arbeiten, kommt den Leuten fürchterlich vor.

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Osnabrücker Zeitung, 31. Januar 1918

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Der nächste Beitrag erscheint am 15. Februar 2018.

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