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Aufzeichnungen und Fotografien des Gefreiten der Landwehr Franz Vogt (1878−1944) aus Gesmold, Landkreis
Osnabrück, vom 2. August 1914 bis
16. Dezember 1918, herausgegeben und
kommentiert von Gisela Fleischmann

Die Abbildung im Kopf der Seite zeigt einen Ausschnitt aus einer französischen Postkarte mit französischen, belgischen und luxemburger Soldaten: Frontière franco-belge-luxembourgeoise Longwy—Arlon—Luxembourg. Postkarte: Sammlung Franz Vogt

Alle Aufzeichnungen und Zitate erscheinen in der Schreibweise der Originale.

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Franz Vogt

Gefreiter der Landwehr

1914–1918

1. März 1915

Heute morgen bin ich früh aufgestanden, machte einen Spaziergang im Garten. Ich wohne nämlich in Messincourt in der Post. Hierzu gehört ein schöner Garten. Heute nachmittag war ich zur Bahn, um die Trierer Zeitung abzuholen. Nachher bin ich in eine belgische Wirtschaft gegangen. Ich bin direkt an der Grenze hier. Bin dahin heute. Abends wieder nach Matton zurückgefahren. War von Fräulein Boussin zum Essen eingeladen. Sie hatte Waffeln gebacken, so eine Lieblingsspeise für die Leute hier. Ich weiß nicht, mein Leibgericht war’s nicht. Habe mich aber schön mit Lucie und ihrem Vater unterhalten. Der Vater ist immer traurig, seine zweite Tochter ist geflüchtet.

1915-03-01_rethel

M. L. Sende schönen Gruß aus Feindesland. Bin noch gut zufrieden. Wieder werden wir verschoben. Franz. Postkarte: Sammlung Franz Vogt

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