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Aufzeichnungen und Fotografien des Gefreiten der Landwehr Franz Vogt (1878−1944) aus Gesmold, Landkreis
Osnabrück, vom 2. August 1914 bis
16. Dezember 1918, herausgegeben und
kommentiert von Gisela Fleischmann

»Insgesamt erlitten Schätzungen zufolge über eine Million Soldaten Gasvergiftungen; mehr als 90.000 starben daran. Chemische Kampfstoffe führten zwar nur bei einem Prozent der von 1914 bis 1918 Gefallenen zum Tod, doch starben unzählige Soldaten nach dem Krieg vorzeitig, viele wurden blind, durch Lungenresektion zu Vollinvaliden oder litten bis an ihr Lebensende an Atemnot. Ein Mahnmal in Steenstraat bei Ypern erinnert.« Bruno Cabanes/Anne Duménil (Hrsg.): Der Erste Weltkrieg, Eine europäische Katastrophe. Bonn 2013, S. 93.
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Berliner Tageblatt, 9. Juli 1916

Die Abbildung im Kopf der Seite zeigt einen Ausschnitt aus einer französischen Postkarte mit französischen, belgischen und luxemburger Soldaten: Frontière franco-belge-luxembourgeoise Longwy—Arlon—Luxembourg. Postkarte: Sammlung Franz Vogt

Alle Aufzeichnungen und Zitate erscheinen in der Schreibweise der Originale.

Kontakt: mail@handschriften-lesen.de www.handschriften-lesen.de

Franz Vogt

Gefreiter der Landwehr

1914–1918

16.–23. Juli 1916

16. Juli 1916. Schnell ist die Woche vorübergegangen. An der Front alles ziemlich ruhig, bis auf Freitagnacht. Da wurde dreimal mit Gas angegriffen. Vorher ein Feuerüberfall. So hab ich’s überhaupt noch nicht gehört. Unsere Batterien mussten sofort in Stellung. Der ganze Himmel war rot von Feuer. Ein Säuseln war in der Luft von dem Luftdruck. Unsere 91er und 55er sind abgelöst, durch geschlagenes Regiment ersetzt, um nach Péronne zu kommen.

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Ervillers, den 21/7. 1916. Liebe M. u. Geschw. Habe heute Abend Eure Karte erhalten, mir fehlt augenblicklich nichts. Ich freue mich, daĂź Heinrich immer noch was verkauft, nehme doch an, daĂź Ihr auch was verdient damit. Geld scheint nicht knapp zu sein. Franz. Postkarte: Sammlung Franz Vogt

23. Juli 1916. Ohne besondere Ereignisse ist die Woche hingegangen. Links dauern die Kämpfe fort. Unsere Regimenter sind wieder zurĂĽckgekommen, total geschlagen, mit groĂźen Verlusten. Wie sie hinfuhren konnte ich noch M. Wortmann begrĂĽĂźen. Ob er wohl wieder zurĂĽckgekommen ist – ich weiĂź es noch nicht. Gestern war ich an der Front. Es ist dort jetzt sehr ruhig. Die Hauptkämpfe spielen sich bei PĂ©ronne ab. Ich war im Laufe der Woche in Hamelincourt, Lowy, St. Martin, Boucelles. Alles kleine Ackerdörfer, bestehend aus einigen groĂźen Fermes, einer Kirche und kleinen landwirtschaftlichen Arbeitern. So richtig altertĂĽmlich sieht’s aus in den Dörfern. GroĂźe Torbogen mit TĂĽrmen und groĂźe Taubenschläge. Alles macht den Eindruck, dass die Landwirtschaft nicht so stark ausgenutzt wird wie in Deutschland.

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The New York Herald, European Edition, June 27, 1916. (International Herald Tribune, A Retrospective of News From 1887 to 2013. IHT Archive)

Der nächste Beitrag erscheint am 30. Juli 2016

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