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Aufzeichnungen und Fotografien des Gefreiten der Landwehr Franz Vogt (1878−1944) aus Gesmold, Landkreis
Osnabrück, vom 2. August 1914 bis
16. Dezember 1918, herausgegeben und
kommentiert von Gisela Fleischmann

»So wie im Herbst
am Baum
Blatt um Blatt«
(Giuseppe Ungaretti, in den Schützengräben des Karsts, nördlich von Triest.)

Die Abbildung im Kopf der Seite zeigt einen Ausschnitt aus einer französischen Postkarte mit französischen, belgischen und luxemburger Soldaten: Frontière franco-belge-luxembourgeoise Longwy—Arlon—Luxembourg. Postkarte: Sammlung Franz Vogt

Alle Aufzeichnungen und Zitate erscheinen in der Schreibweise der Originale.

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Franz Vogt

Gefreiter der Landwehr

1914–1918

17. März 1915

Diese Nacht wütete ein schwerer Krieg. Wir liegen in dritter Stellung. Es wird ein feindlicher Angriff vermutet. Heute nachmittag war ich nach Châtel – Chéhéry zum Befehlholen. Die Gefechte haben nachgelassen. Wir sollen schwere Verluste erlitten haben. Jetzt sollen alle französischen Frauen und Kinder, die nahe der Front, über die Schweiz nach den Süden geschafft werden.

Der Kampf wird immer heftiger und die Waffen fürchterlich. Ich bete daß Ihr gesund bleibt und mich der Tod nicht unvorbereitet trifft, das tut Ihr auch. Man ist keinen Augenblick sicher. Flieger und Granaten überall. Flieger verfolgen die Züge. Franz. Jedenfalls ist sicher, das der Krieg auf der Höhe ist, so kanns nicht mehr weiter gehen. Es ist eine wahre Menschenabschlachterei.

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(Feldpostkarte: Sammlung Franz Vogt)

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