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Aufzeichnungen und Fotografien des Gefreiten der Landwehr Franz Vogt (1878−1944) aus Gesmold, Landkreis
Osnabrück, vom 2. August 1914 bis
16. Dezember 1918, herausgegeben und
kommentiert von Gisela Fleischmann

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Berliner Tageblatt, 17. Oktober 1915

»Von den Mitte 1914 70 Mitarbeitern bekamen 50 den Einberufungsbefehl. Mit der noch verbliebenen Mannschaft und reaktivierten ehemaligen Mitarbeitern begann – wenn auch unter veränderten Vorzeichen – die Serienfertigung im Karosseriebau. Auftraggeber war das Militär. Auch Frauen wurden jetzt für die Produktion eingesetzt. In einem Telegramm forderte das Kriegsministerium 100 Krankenwagen, die unverzüglich herzustellen waren. Im Laufe des Krieges wurde dieser Auftrag immer wieder aufgestockt. So konnte man, wenn auch unter nicht gewünschten Umständen, erste Erfahrungen mit einer »Massenproduktion« gleichartiger Aufbauten gewinnen, Erfahrungen, die sich in der weiteren Firmengeschichte noch als sehr nützlich erweisen sollten. […] Neben diesem Militärauftrag gab die Oberste Heeresleitung so genannte Gürtelgeräte in Auftrag, das waren mit Ketten verbundene große Platten, die man um die Räder schwerer Geschütze spannte, um die Traktion auf morastigem oder verschneitem Untergrund zu erhöhen. Zusätzlich hielt sich Karmann noch mit der Anfertigung von Pferdegeschirren und Ausrüstungen für die Artillerie und Zeppeline über Wasser.
Das Verantwortungsgefühl von Wilhelm Karmann für seine an der Front kämpfenden Mitarbeiter war auch während des Krieges groß. So besuchte er oft abends ihre Familien, spendete ihnen Trost und half, wo er konnte, insbesondere dort, wo die Männer im Krieg gefallen waren. Sein eigener Bruder Richard, der viele Jahre in seiner Werkstatt gearbeitet hatte, war einer der Ersten, die im Krieg starben.«
Bernd Wiersch: Die Karmann-Story, Bielefeld 2015, S. 24 f:

Die Abbildung im Kopf der Seite zeigt einen Ausschnitt aus einer französischen Postkarte mit französischen, belgischen und luxemburger Soldaten: Frontière franco-belge-luxembourgeoise Longwy—Arlon—Luxembourg. Postkarte: Sammlung Franz Vogt

Alle Aufzeichnungen und Zitate erscheinen in der Schreibweise der Originale.

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Franz Vogt

Gefreiter der Landwehr

1914–1918

17.–19. Oktober 1915

Don 17. Oktob. 1915 / M. L. / Sende besten GruĂź von meiner letzten Reise, bin gestern Abend wieder gekommen. Heute war Heini bei mir, war auch schon Gefreiter./ Franz.

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Postkarte: Sammlung Franz Vogt

Don 19. Oktob. 15. Sende Euch eine Aufnahme der Kirche zu Hantey, ist innen Lazarett, erster Verbandsplatz, unten seht ihr den Soldaten-Friedhof. Franz.

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Fotografie: Franz Vogt

Der nächste Beitrag erscheint am 25. Oktober 2015.

 

 

 

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