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Aufzeichnungen und Fotografien des Gefreiten der Landwehr Franz Vogt (1878−1944) aus Gesmold, Landkreis
Osnabrück, vom 2. August 1914 bis
16. Dezember 1918, herausgegeben und
kommentiert von Gisela Fleischmann

Franz Vogt beginnt sein zweites Tagebuch am 24. Dezember 1915. Für diese Tagebuch-Pause von Mai bis Dezember 1915 gibt es keine Erklärung. Mag sein, dass ihm mal jemand von der Zensur auf die Finger geklopft hatte. Tagebücher sollten was für ›später mal‹ sein, als Erinnerungsstütze. Ernst Jünger hat sein Kriegstagebuch In Stahlgewittern im Laufe seines Lebens immer wieder verändert. Er hat seine Aufzeichnungen den Zeiten angepasst und dabei durchaus berücksichtigt, was gerade politisch angesagt war. Vogt schrieb das auf, was vor Ort und um ihn herum passierte. Kaiser und Vaterland, Volk und Nation interessierten ihn nur am Rande.

Die Abbildung im Kopf der Seite zeigt einen Ausschnitt aus einer französischen Postkarte mit französischen, belgischen und luxemburger Soldaten: Frontière franco-belge-luxembourgeoise Longwy—Arlon—Luxembourg. Postkarte: Sammlung Franz Vogt

Alle Aufzeichnungen und Zitate erscheinen in der Schreibweise der Originale.

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Franz Vogt

Gefreiter der Landwehr

1914–1918

2. Oktober 1915

Courtrai den 2. Oktob. 1915 / Von meiner Reise nach hier die besten Grüße./ War wieder zwei Tage auf Reisen. Bin gut zufrieden. Macht mir gutes Unterzeug zurecht, ich schreib noch darüber. Franz.

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Courtrai vor 1914. Postkarte: Sammlung Franz Vogt

Cambrai Nord, den 2. Oktob. 15 / M. L. / Sende herzl. Grüße von hier. Die Stadt ist so groß wie Osnabrück, bin einen Tag hier. / Franz.

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Cambrai vor 1914. Postkarte: Sammlung Franz Vogt

Der nächste Beitrag erscheint am 17. Oktober 2015.

 

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