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Aufzeichnungen und Fotografien des Gefreiten der Landwehr Franz Vogt (1878−1944) aus Gesmold, Landkreis
Osnabrück, vom 2. August 1914 bis
16. Dezember 1918, herausgegeben und
kommentiert von Gisela Fleischmann

Die Abbildung im Kopf der Seite zeigt einen Ausschnitt aus einer französischen Postkarte mit französischen, belgischen und luxemburger Soldaten: Frontière franco-belge-luxembourgeoise Longwy—Arlon—Luxembourg. Postkarte: Sammlung Franz Vogt.

Die Aufzeichnungen und Zitate erscheinen in der Schreibweise der Originale.

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Franz Vogt

Gefreiter der Landwehr

1914–1918

21.–24. Januar 1915

21. Januar 1915 Mittags von Wache gekommen und heute nachmittag hab ich mit im Walde Holzkohlen gebrannt. Da ich wohl Zeit hatte, machte ich einen Spaziergang durch den Wald. Fand dann am Wasser eine natürliche, aber wunderschöne Anlage. Da war nämlich überm Wasser aus Stein und Cement-Hochofenschlacken Bogen, Becken und Ständer gemacht. Auf einem Ständer stand die Mutter Gottes. Alles war schön bewachsen mit Efeu und untenherum und zwischendurch floss Wasser.

1915-01-21_Witry-les-Reims_blog

Witry-les-Reims Fr. 21. Januar 1915. M. L. Teile Euch mit, daß große Pakete für uns in Osnabrück (Schloßhof) angenommen werden. Ich las das in der Zeitung vom 16. Jan. Fr. Gr. Franz. Postkarte: Sammlung Franz Vogt

22. Januar 1915 Wieder muss ich heute nachmittag in Feuerstellung. Wir werden wohl zum letzten Male hinkommen. Wie’s heißt sollen wir versetzt werden. Wohin – keiner weiß es.

23. Januar 1915 Eine Nacht im Unterstand vorüber. Eigentlich sollte um 12 Uhr geschos­sen werden. Es ist aber nichts daraus geworden. Wir haben nämlich darum gebeten, nicht zu schießen, weil wir die vorige Stellung nur durch Nachtschießen verraten haben.

24. Januar 1915 Heute haben wir Fahrübung gehabt mit den Batterien in der Umgegend von Boult. Nachmittag war ich zum Empfang in Isles.

 

 

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