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Aufzeichnungen und Fotografien des Gefreiten der Landwehr Franz Vogt (1878−1944) aus Gesmold, Landkreis
Osnabrück, vom 2. August 1914 bis
16. Dezember 1918, herausgegeben und
kommentiert von Gisela Fleischmann

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Osnabrücker Tageblatt, 23. Oktober 1916

Die Abbildung im Kopf der Seite zeigt einen Ausschnitt aus einer französischen Postkarte mit französischen, belgischen und luxemburger Soldaten: Frontière franco-belge-luxembourgeoise Longwy—Arlon—Luxembourg. Postkarte: Sammlung Franz Vogt.

Die Aufzeichnungen und Zitate erscheinen in der Schreibweise der Originale.

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Franz Vogt

Gefreiter der Landwehr

1914–1918

23. Oktober 1916

Es ist so schönes Herbstwetter. Der Kaiser ist im Nachbardorf St.Léger. An der Front geht’s ununterbrochen. Der Kanonendonner rollt Nacht und Tag. Man weiß nicht mehr, was man sagen soll.

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»Die Dunkelheiten wichen. Die Nebel fransten aus und platzten. Taubengraues Dämmern flog über das Feld. Verstimmungen und Ahnungen belasten den jungen Morgen. Drüben strich, jetzt deutlich erkennbar, das dünne silberne Band der Maas. Der Kanonendonner schaltete neue Lautstärken ein. Verwundetentransporte kamen uns entgegen. Ein widerlich-süßlicher Geruch dampfte aus den festgeschlossenen Wagen. […] Über den verstreuten, noch undeutlichen Weilern zogen weiße Rauchwölkchen. Hunderte von Ohren lechzten dorthin nach irgendeiner friedlichen Geräuschäußerung.« Paul Zech: Von der Maas bis an die Marne. Rudolstadt 1986. S. 15

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Osnabrücker Tageblatt, 21. Oktober 1916

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Osnabrücker Tageblatt, 23. Oktober 1916

 

Der nächste Beitrag erscheint am 1. November 2016.

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