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Aufzeichnungen und Fotografien des Gefreiten der Landwehr Franz Vogt (1878−1944) aus Gesmold, Landkreis
Osnabrück, vom 2. August 1914 bis
16. Dezember 1918, herausgegeben und
kommentiert von Gisela Fleischmann

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Berliner Tageblatt, 17. Oktober 1917

Die Abbildung im Kopf der Seite zeigt einen Ausschnitt aus einer französischen Postkarte mit französischen, belgischen und luxemburger Soldaten: Frontière franco-belge-luxembourgeoise Longwy—Arlon—Luxembourg. Postkarte: Sammlung Franz Vogt.

Die Aufzeichnungen und Zitate erscheinen in der Schreibweise der Originale.

mail@handschriften-lesen.de www.handschriften-lesen.de

Franz Vogt

Gefreiter der Landwehr

1914–1918

24.–26. September 1917

24. September 1917. Gott sei Dank, morgen früh rücken wir ab. Kommen bei Lille in eine bessere Stellung.

25. September 1917. Sind abgerückt. An der Front Trommelfeuer. Truppen marschieren immer weiter, immer mehr zur Front. Alles alarmiert. Die Erde zittert und bebt. Wir sind in Roulers eingestiegen, waren in Courtrai, fuhren dann nach Tourcoing, dann nach Roubaix. Haben uns die Stadt angesehen. Heute nachmittag fuhren wir mit der Elektrischen nach Tourcoing zurück, waren in der Stadt und fuhren dann weiter nach Neuville. Eine Stunde vor der Stadt und kamen in dem Dorf in Quartier. Ich wohne bei Delcassy, eine Familie mit drei Töchtern, nette Menschen. Morgen fahren wir nach La Madeleine bei Lille und sind jetzt wieder in Frankreich. Ich fahre mit dem Stabe.

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Westfront, Franzosen, Trup

Im Westen. Französische Truppentransporte. Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-S29318

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26. September 1917. Heute sind wir weiter marschiert nach Lambersart, einer Vorstadt von Lille. Wir wohnen in einem prächtigen Schloss, mit allem Komfort eingerichtet, umgeben von großen Parkanlagen. Badezimmer, elektrisch Licht, Wasserleitung, alles mögliche. Es ist eine Lust, in den Zimmern zu wohnen, im Park zu spazieren.

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Das Schloss in Lambersart 2017.

Le Château des Ormes. Franz Vogt machte 1917 keine Fotos von dem schönen Schloss in Lambersart. Wahrscheinlich fotografierte er gar nicht mehr. Das Fotomaterial, Filme, Papiere etc. waren schwer zu beschaffen und, wie alles, sehr teuer geworden.

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Der nächste Beitrag erscheint am 28. Oktober 2017.

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