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Aufzeichnungen und Fotografien des Gefreiten der Landwehr Franz Vogt (1878−1944) aus Gesmold, Landkreis
Osnabrück, vom 2. August 1914 bis
16. Dezember 1918, herausgegeben und
kommentiert von Gisela Fleischmann

Der jüdische Offizier Otto Meyer schrieb am 22. Oktober 1915 an seine Frau: »Schätzchen! Meine Briefe können (von der Prüfstelle) immer mal gelesen werden. Im Allgmeinen kümmere ich mich darum allerdings wenig und es geht ja auch nicht anders; ich müßte sonst das Briefeschreiben überhaupt aufstecken.« Andreas Meyer (Hrsg.), Martin Albrecht: Als deutscher Jude im Ersten Weltkrieg, Berlin 2014, S. 82

Das kann auch ein Grund dafür sein, dass Franz Vogt vom Mai bis Weihnachten 1915 kein Tagebuch führt. Er beginnt sein zweites Tagebuch am 24. Dezember 1915. Zwar hält er sich an die Regel, nichts Militärisches zu notieren, aber zwischen den Zeilen liest man immer noch genug.

Auch im Herbst 1915 sterben Tausende in Stellungskriegen und Trommelfeuer, in denen um wenige Meter aufgeweichten, kreidigen Boden gekämpft wird. Die Zensurvorschriften werden streng kontrolliert.

Die Abbildung im Kopf der Seite zeigt einen Ausschnitt aus einer französischen Postkarte mit französischen, belgischen und luxemburger Soldaten: Frontière franco-belge-luxembourgeoise Longwy—Arlon—Luxembourg. Postkarte: Sammlung Franz Vogt

Alle Aufzeichnungen und Zitate erscheinen in der Schreibweise der Originale.

mail@handschriften-lesen.de

Franz Vogt

Gefreiter der Landwehr

1914–1918

25. Oktober 1915

Don den 25. Oktob. 15 / Umstehend das Grab eines Kameraden, der neulich neben mir von einer Granate hinweg gerissen wurde. Ein Stück schlug das Genick ab und 1 Stück das eine Bein. / Franz.

1915-10-25_soldatenrab_472

Fotografie: Franz vogt

Der nächste Beitrag erscheint am 1. November 2015.

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