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Aufzeichnungen und Fotografien des Gefreiten der Landwehr Franz Vogt (1878−1944) aus Gesmold, Landkreis
Osnabrück, vom 2. August 1914 bis
16. Dezember 1918, herausgegeben und
kommentiert von Gisela Fleischmann

Die Abbildung im Kopf der Seite zeigt einen Ausschnitt aus einer französischen Postkarte mit französischen, belgischen und luxemburger Soldaten: Frontière franco-belge-luxembourgeoise Longwy—Arlon—Luxembourg. Postkarte: Sammlung Franz Vogt.

Die Aufzeichnungen und Zitate erscheinen in der Schreibweise der Originale.

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Franz Vogt

Gefreiter der Landwehr

1914–1918

26. Dezember 1914

Zweiter Weihnachtstag. Heute morgen hatten wir Kirchgang in Pomacle, liegt 4 km von Bazancourt. Nachmittags hatten wir Bescherung. Sachen hat es genug gegeben. Viel hab ich erhalten, von Hause, von Hibbeler. Liebesgaben direkt an mich gesandt von Oldenburg, Osnabrück, und dann indirekte Liebesgaben, Zigarren und Sonstiges. Außerdem zwei schöne Pakete, eins von Hannover, eins von Berlin. Wir mussten alle man schreiben und Dank aussprechen.

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Liebesgaben für den Schützengraben. Als ›Liebesgaben‹ wurden vor allem diejenigen Geschenke bezeichnet, die von Vereinen und Organisationen gekauft oder selbst hergestellt und an die Frontsoldaten verschickt wurden. Besonders gut organisiert war das Rote Kreuz, aber auch Landfrauenverbände, Schulen, Klöster, Kirchengemeinden trugen dazu bei. Schokolade, Kekse, Pfefferminz, Tabakwaren, selbst gestrickte Strümpfe und immer wieder Pulswärmer wurden verschickt.

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