<

Aufzeichnungen und Fotografien des Gefreiten der Landwehr Franz Vogt (1878−1944) aus Gesmold, Landkreis
Osnabrück, vom 2. August 1914 bis
16. Dezember 1918, herausgegeben und
kommentiert von Gisela Fleischmann

Die Abbildung im Kopf der Seite zeigt einen Ausschnitt aus einer französischen Postkarte mit französischen, belgischen und luxemburger Soldaten: Frontière franco-belge-luxembourgeoise Longwy—Arlon—Luxembourg. Postkarte: Sammlung Franz Vogt.

Die Aufzeichnungen und Zitate erscheinen in der Schreibweise der Originale.

mail@handschriften-lesen.de www.handschriften-lesen.de

Franz Vogt

Gefreiter der Landwehr

1914–1918

27.–30. September 1914

27. September 1914. Heute ist mal wieder Sonntag. Heute morgen war ich in der Kirche, wo ich auch verschiedene Gesmolder getroffen, welche zum Landsturm eingezogen waren. Oldenburg hat eine ganz schöne Kirche, an der Hauptstraße gelegen. Sonntags herrscht immer lebhafter Verkehr dort, dagegen ist’s bei der evangelischen Kirche öde und tot. Heute nachmittag habe ich mir die Landwirtschaftskammer und die Vorführstation angesehen. Nachher habe ich in Burgerfelde in einer Dorfschänke mal richtig Kaffee getrunken, bin dann langsam nach Oldenburg spaziert.

28. September 1914. War heute mal wieder ohne hauptsächlichen Dienst. So konnte ich dann wieder den Schlossgarten durchqueren, eine selten interessante Anlage. Außerdem habe ich noch die großherzöglichen Schlösser, Wagenpark und Marstall angesehen.

29. September 1914. Dienst war heute mal wieder nicht. Ich blieb deshalb heute morgen in meinem Quartier. Nachmittags bin ich mit Gärtner Münch, Melle, die Gärtnereien der Stadt durchgangen. Nachher haben wir im Kaffee Klinge fein gegessen und Kaffee getrunken.

30. September 1914. Heute bin ich wieder mit zur Heide gefahren. Wir machten eine große Ausfahrt in der Umgegend von Oldenburg. Habe verschiedene Bauerngehöfte gesehen nach ostfriesischem Stil. Das Gelände ist nicht schön, es bietet nicht viel Abwechslung.

>
Eintrag