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Aufzeichnungen und Fotografien des Gefreiten der Landwehr Franz Vogt (1878−1944) aus Gesmold, Landkreis
Osnabrück, vom 2. August 1914 bis
16. Dezember 1918, herausgegeben und
kommentiert von Gisela Fleischmann

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Reklame im Berliner Tageblatt am 13. Februar 1915

Die Abbildung im Kopf der Seite zeigt einen Ausschnitt aus einer französischen Postkarte mit französischen, belgischen und luxemburger Soldaten: Frontière franco-belge-luxembourgeoise Longwy—Arlon—Luxembourg. Postkarte: Sammlung Franz Vogt

Alle Aufzeichnungen und Zitate erscheinen in der Schreibweise der Originale.

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Franz Vogt

Gefreiter der Landwehr

1914–1918

28. Februar 1915

Heute Sonntag und wunderschönes Wetter. Wie ich aus dem Kalender sehe, haben wir den zweiten Fastensonntag. Ich freue mich schon immer auf den Sonntag hier in Matton. Auf die schöne Musik in der Kirche. Da spielt ein blinder Mann, und wie! Es ist eine wunderbare Musik, die der Mann aus dem Instrument zieht. Wir sind nicht viel Katholiken bei der Kolonne und die Leute kennen uns schon. Sie freuen sich, wenn wir in der Messe sind. Freilich, Männer gehen auch hier nur einzeln in die Kirche. Es ist mir doch immer noch ein Rätsel. Die Frauen und Töchter fromm, der Mann nicht. Die erste Gelegenheit werde ich benutzen, um meinen Nachbarn zu fragen, wie er über die Sache denkt. Heute nachmittag musste ich wieder nach Messincourt. [ca. 5,5 km] Meine Nachbarstöchter Juliette Renaud und Lucie Boussin habe ich mitgenommen. Juliette wollte sich einen Zahn ziehen lassen bei unserem Doktor. Es war schönes Wetter, ein schöner Spaziergang. Ich hab mich wirklich amüsiert mit den beiden jungen Damen. Soeben sind sie wieder zurückgegangen.

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