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Aufzeichnungen und Fotografien des Gefreiten der Landwehr Franz Vogt (1878−1944) aus Gesmold, Landkreis
Osnabrück, vom 2. August 1914 bis
16. Dezember 1918, herausgegeben und
kommentiert von Gisela Fleischmann

Die Abbildung im Kopf der Seite zeigt einen Ausschnitt aus einer französischen Postkarte mit französischen, belgischen und luxemburger Soldaten: Frontière franco-belge-luxembourgeoise Longwy—Arlon—Luxembourg. Postkarte: Sammlung Franz Vogt.

Die Aufzeichnungen und Zitate erscheinen in der Schreibweise der Originale.

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Franz Vogt

Gefreiter der Landwehr

1914–1918

3.–5. Januar 1915

3. Januar 1915 Heute Sonntagmittag kam ich von Wache herunter. Dann Sonntagnachmittag konnte ich noch etwas ausgehen. Habe mir einige bessere Häuser angesehen. Die Höfe, innere Ausrüstungen. Es wird hier meist der gemütlichere Teil im Auge behalten, dann der praktische und zuletzt der dauerhafte. Die stabile, schwere Bauart, welche bei uns ins Auge gefasst, fehlt ganz.

4. Januar 1915 Wir machten heute unseren Parkplatz in Ordnung. Mussten zu diesem Zwecke die Haufen Dreschabfälle verschieben. Bei dieser Arbeit fanden wir ein Etui mit einem tadellos neuen Jagdgewehr, welches der Bauer, welcher mein Nachbar und auch im Felde steht, dort wohl versteckt hatte. Außerdem fanden wir noch eine kostbare Küchenbüchse. Heute kam auch noch Landsturm hier in Quartier von Geldern am Niederrhein.

5. Januar 1915 Der Landsturm hat mir heute mein Zimmer streitig gemacht. Weil die Hausnummer nicht für uns angegeben, hatte die Kommandantur es dem Landsturm überwiesen. Ich habe aber wieder ein schönes Zimmer gefunden, aber nur eine Bettlade darin, das andere muss ich noch zusammensuchen.

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Berliner Tageblatt, 6. Januar 1915

 

 

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