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Aufzeichnungen und Fotografien des Gefreiten der Landwehr Franz Vogt (1878−1944) aus Gesmold, Landkreis
Osnabrück, vom 2. August 1914 bis
16. Dezember 1918, herausgegeben und
kommentiert von Gisela Fleischmann

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Salem-Zigaretten wurden in der Dresdener Zigarettenfabrik Yenidze hergestellt. Die Produktion begann mit den Salem Aleikum Cigaretten in Anlehnung an den Friedensgruß der Muslime. Neben Salem Aleikum gab es noch Salem Gold, Salem Auslese, Salem Lucullus und Salem No. 6. Während des ersten Weltkrieges wurden die Schachteln auch feldpostmäßig verpackt angeboten. Das Fabrikgebäude wurde im Stil einer Moschee errichtet (1908). Es wird noch heute als Bürogebäude genutzt.

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Berliner Tageblatt: 7. November 1915

Die Abbildung im Kopf der Seite zeigt einen Ausschnitt aus einer französischen Postkarte mit französischen, belgischen und luxemburger Soldaten: Frontière franco-belge-luxembourgeoise Longwy—Arlon—Luxembourg. Postkarte: Sammlung Franz Vogt

Alle Aufzeichnungen und Zitate erscheinen in der Schreibweise der Originale.

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Franz Vogt

Gefreiter der Landwehr

1914–1918

8.–11. November 1915

Don 8. Nov. 15 / Meine Aufnahme von Schloß Don. So manche Stunde hab ich mich in den herrl. Parkanlagen schon still gefreut, wenn dies überhaupt im Kriege möglich ist. Schloß Gesmold steht [im Vergleich dazu] weit hinten. / Franz.

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Fotografie: Franz Vogt

den 11. Abends 15 / Eure Karte vom 8. soeben erhalten, hat glatt gegangen. / Heini Wiemann hat mich heute besucht. War munter, / hatte am Sturm von neu Chappelle mitgemacht. Wir / haben zusammen eine schöne Fahrt gemacht nach Anoillin /  mit dem Postwagen. Von Aug. noch nichts gehört. / Fr. Werde mich bei der Div. erkundigen wo Aug ist,/  vielleicht auch in der Nähe. / Die große Mühle von Don. Schiffe fahren unter der Mühle durch.

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Postkarte: Sammlung Franz Vogt

M. L. / Brief erhalten von Anna. Habe Heinrich bereits seine Fragen beantwortet. Am Sonnabend Abend auch Butter erhalten. / Fr. Gruß Franz.

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Ribecourt vor 1914. Postkarte: Sammlung Franz Vogt

Der 11. November wird 1918 der Tag sein, an dem in Compiègne zwischen den Alliierten des Ersten Weltkriegs und Deutschland um 11 Uhr vormittags das Waffenstillstandsabkommen getroffen wird, the eleventh hour of the eleventh day of the eleventh month.

Bis heute heißt der Tag in Frankreich Armistice und in den Ländern, die zu dem damaligen British Commonwealth gehörten und für dieses im Ersten Weltkrieg kämpften, Armistice Day, Remembrance Day oder Veterans Day. Ein Tag der Erinnerung und des Gedenkens an die Toten und Verletzten, an die zerrissenen Familien, an die, deren Haus und Hof zerstört wurden. Rote Mohnblumen-Anstecker erinnern in Großbritannien an die blutgetränkten Felder Flanderns. Heute ist die klare Botschaft: Friedenssicherung und Völkerfreundschaft. Es gelingt, dass auch Deutsche, die in Frankreich leben, zusammen mit ihren Nachbarn an Gedenkfeiern teilnehmen.

In Deutschland beginnt am 11. November um 11 Uhr 11 die Narrenzeit.

Der nächste Beitrag erscheint am 15. November 2015.

 

 

 

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