Aufzeichnungen und Fotografien des Gefreiten der Landwehr Franz Vogt (1878−1944) aus Gesmold, Landkreis
Osnabrück, vom 2. August 1914 bis
16. Dezember 1918, herausgegeben und
kommentiert von Gisela Fleischmann

Immer und immer wieder schrieb Franz Vogt auf seinen Postkarten: ›Bin gut zufrieden‹ oder ›Bin noch gut zufrieden‹. Eine zunächst belanglose Formel, die aber sagt: ›Ich lebe!‹

»Die Mitteilung ›mir geht es gut‹ ist kürzestes Lebenszeichen und meistgebrauchte Verdrängungsformel zugleich, es erspart lange Erklärungen, es verschont den Empfänger vor quälender Sorge.« Peter Knoch: Kriegsalltag. Stuttgart 1989, S. 225

Die Abbildung im Kopf der Seite zeigt einen Ausschnitt aus einer französischen Postkarte mit französischen, belgischen und luxemburger Soldaten: Frontière franco-belge-luxembourgeoise Longwy—Arlon—Luxembourg. Postkarte: Sammlung Franz Vogt

Alle Aufzeichnungen und Zitate erscheinen in der Schreibweise der Originale.

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Franz Vogt

Gefreiter der Landwehr

1914–1918

1. Februar 1915

In Bazancourt hört die Gemütlichkeit auf. Zwei Regimenter Infanterie, welche mit uns verschoben werden sollen, sind eingerückt. Die reinste Großstadt. Auf den Straßen tolles Rennen, Durcheinander, Quartiere überfüllt. Jetzt freut man sich, sobald man hier weg kommt. Am Freitag sollen wir verladen werden und zwar morgens halb sechs Uhr wie’s jetzt heißt. Unsere Quartiere haben wir teils für Infanterie und Jäger räumen müssen.

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Schloss Roquincourt
Fr. den 1. Februar 1915. Liebe Mutter u Geschw.!Sende Euch einen Gruß aus Courzi, liegt hinter Brimont, ist vollständig ausgestorben und wird noch ständig beschossen. Bin noch gut zufrieden. Fr. Gr. Franz. Postkarte: Sammlung Franz Vogt

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