Aufzeichnungen und Fotografien des Gefreiten der Landwehr Franz Vogt (1878−1944) aus Gesmold, Landkreis
Osnabrück, vom 2. August 1914 bis
16. Dezember 1918, herausgegeben und
kommentiert von Gisela Fleischmann

Franz Vogt konnte sich durch seine neuen Aufgaben als Befehlsempfänger für eine Weile aus der Eintönigkeit des Kriegsalltags lösen. Er hatte Kontakte zur französischen Bevölkerung und er genoss die Fahrten durch die Landschaft. Liest man seine Aufzeichnungen, dann scheint der Dienst in diesen Wochen lediglich eine Nebensache gewesen zu sein.

Die Abbildung im Kopf der Seite zeigt einen Ausschnitt aus einer französischen Postkarte mit französischen, belgischen und luxemburger Soldaten: Frontière franco-belge-luxembourgeoise Longwy—Arlon—Luxembourg. Postkarte: Sammlung Franz Vogt

Alle Aufzeichnungen und Zitate erscheinen in der Schreibweise der Originale.

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Franz Vogt

Gefreiter der Landwehr

1914–1918

9.-10. Februar 1915

9. Februar 1915 Heute haben wir nun Geländeübung gehabt. Es war einfach ein Genuss. Schöne Straßen durch hohe Wälder, saftige Wiesen auf den Höhen, Jagdschlösser, Fischteiche, Wasserfälle und dabei ein wunderschönes Wetter. Es war einfach herrlich. Unser Hauptmann machte langen “Rendewo” im hohen Walde an einer Fischereianlage. Wir haben dort Forellen gefangen.

10. Februar 1915 Heute ist für mich ein Umschwung eingetreten, ich bin nämlich kommandiert worden, die Befehle von der Abteilung zu holen. Ich fahre abends hin nach Messincourt, bleibe die Nacht da. Schlafe am Abt. Büro und habe kleine schriftliche Arbeiten zu machen. Post zu sortieren und so was weiter.

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Matton – Dorfstraße
Diese Häuser liegen alle in Schutt und Asche. Die Karten hatt mir ein Fräulein aus ihrem Album geschenkt. Ihr könnt Euch jetzt ein Bild machen von hier. Eine Nacht und Tag bin ich in Matton, andern Tag in Messincourt. Schön rein halten. Postkarte: Sammlung Franz Vogt

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