Aufzeichnungen und Fotografien des Gefreiten der Landwehr Franz Vogt (1878−1944) aus Gesmold, Landkreis
Osnabrück, vom 2. August 1914 bis
16. Dezember 1918, herausgegeben und
kommentiert von Gisela Fleischmann

Die Abbildung im Kopf der Seite zeigt einen Ausschnitt aus einer französischen Postkarte mit französischen, belgischen und luxemburger Soldaten: Frontière franco-belge-luxembourgeoise Longwy—Arlon—Luxembourg. Postkarte: Sammlung Franz Vogt.

Die Aufzeichnungen und Zitate erscheinen in der Schreibweise der Originale.

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Franz Vogt

Gefreiter der Landwehr

1914–1918

15.–24. April 1918

15. April 1918. Mein Urlaub ist genehmigt. Fuhr heute mit dem Wagen nach Douai. Mein 6. Urlaub. Eine tief schmerzliche Fahrt.

16. April 1918. Heute morgen fuhr ich von Lille ab über Brüssel, Lüttich, Aachen, Köln.

17. April 1918. Heute morgen um 7.55 Uhr von Osnabrück abgefahren kam ich in mein Elternhaus. Mein Liebstes auf Erden fand ich kalt und tot. Der einzige Trost ist mir, Mutter war gut gestorben, mit allen Mitteln der Kirche versehen. Von jetzt an werde ich kein Tagebuch mehr führen. Ich wollte später alles Mutter auf Karten und Bildern zeigen. Mutter ist bei Gott. 22. April 1918.

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Heute am 23. April fuhr ich schweren Herzens von Hause fort, hatte ich doch meine liebe Mutter begraben. Ich fuhr nachmittags von Osnabrück nach Köln, nachts weiter nach Aachen, Lüttich.

24. April 1918. Heute morgen kam ich in Brüssel an. War längere Zeit in der Stadt, fuhr nachmittags weiter nach Lille, kam nachts in Douai an. Mein Stab lag noch dort in Waziers. Ich wohne bei der Frau eines französischen Offiziers, habe für mich allein ein Zimmer.

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Der nächste Beitrag erscheint am 3. Mai 2018.

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