Aufzeichnungen und Fotografien des Gefreiten der Landwehr Franz Vogt (1878−1944) aus Gesmold, Landkreis
Osnabrück, vom 2. August 1914 bis
16. Dezember 1918, herausgegeben und
kommentiert von Gisela Fleischmann

In der Heimat diktierte der Mangel das Alltagsleben. Seife wurde zum Luxusgut. Ab 1916 gab es pro Kopf und Monat 50 g Seife. Der Fettgehalt der Seifen ging auf weniger als 20 % zurück, bei Waschpulver sogar auf 5 %. Ein Viertel aller seifenherstellenden Betriebe wurde stillgelegt. Ab Januar 1915 sollte der Kriegsausschuss für pflanzliche und tierische Öle und Fette den Verbrauch dieser Rohstoffe festlegen, kontrollieren und natürlich senken. Seife wurde zum Luxus.
Heute haben einfache Kern– oder Waschseifen einen Fettgehalt von mehr als 60 %, Toilettenseifen 80 %.

Die Abbildung im Kopf der Seite zeigt einen Ausschnitt aus einer französischen Postkarte mit französischen, belgischen und luxemburger Soldaten: Frontière franco-belge-luxembourgeoise Longwy—Arlon—Luxembourg. Postkarte: Sammlung Franz Vogt

Alle Aufzeichnungen und Zitate erscheinen in der Schreibweise der Originale.

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Franz Vogt

Gefreiter der Landwehr

1914–1918

16. Februar 1915

Zur Mittagszeit war ich zur zweiten Batterie in Pure, sonst war ich bis abends in Messincourt. Nachmittags konnte ich einen Spaziergang machen über die Grenze nach Belgien. Es war ein wunderschöner Tag, fast Frühlingswetter. Ja schön ist’s hier, man könnte sich erholen, aber la gerre.

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Matton 12. Februar 1915 Meine Lieben! Sende Euch Karte aus meinem Dorf. Es gefällt uns allen sehr gut hier, werden aber wohl nicht lange hier bleiben. 2 kl. Pakete von der Innung, eins von Thöle, eins von Hibbeler 1. von Euch erhalten, Franz. Postkarte (Abb. vor 1914): Sammlung Franz Vogt. Anmerkung von François Gille, Matton-Clemency: »Der Mann, der in der Mitte der Straße das Pferd am Zügel hält, ist Auguste Maljean, mein Urgroßvater. Er starb in den Kämpfen am 24. August 1914. In meiner Familie wurde erzählt, dass er an einer Schussverletzung starb, aber der Pfarrer hatte als Todesursache Tod durch Bajonettstoß ins Kirchenbuch geschrieben.«

 

Eintrag