Aufzeichnungen und Fotografien des Gefreiten der Landwehr Franz Vogt (1878−1944) aus Gesmold, Landkreis
Osnabrück, vom 2. August 1914 bis
16. Dezember 1918, herausgegeben und
kommentiert von Gisela Fleischmann

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Berliner Tageblatt, 19. Oktober 1916

Die Abbildung im Kopf der Seite zeigt einen Ausschnitt aus einer französischen Postkarte mit französischen, belgischen und luxemburger Soldaten: Frontière franco-belge-luxembourgeoise Longwy—Arlon—Luxembourg. Postkarte: Sammlung Franz Vogt.

Die Aufzeichnungen und Zitate erscheinen in der Schreibweise der Originale.

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Franz Vogt

Gefreiter der Landwehr

1914–1918

19. Oktober 1916

Ich war heute mit nach vorne zum Kabelprüfen, ganz in die vorderste Stellung. Habe mir durch das Scherenfernglas auch unsere feindliche Stellung angesehen, die uns gegenüberliegenden Dörfer. Es wurde kräftig geschossen, aber auch hieran gewöhnt man sich. Man muss auf den Tod vorbereitet sein, dann ist alles nicht so schlimm. Manchmal denke ich, es wäre schön zu sterben.

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Scherenferngläser waren binokulare Fernrohre, bei denen die beiden Objektive wie die Spitzen einer Schere auseinander gezogen werden konnten. So entstand ein plastisches Bild und Entfernungen konnten besser eingeschätzt werden als. Die Objektive konnten  bis zu 50 cm über dem Kopf des Beobachters positioniert werden. So blieben die Soldaten während der Beobachtung in Deckung.

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Der Weltspiegel Nr. 84, 19. Oktober 1916, Illustrierte Halb-Wochenschrift im Berliner Tageblatt

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Der nächste Beitrag erscheint am 23. Oktober 2016.

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