<

Aufzeichnungen und Fotografien des Gefreiten der Landwehr Franz Vogt (1878−1944) aus Gesmold, Landkreis
Osnabrück, vom 2. August 1914 bis
16. Dezember 1918, herausgegeben und
kommentiert von Gisela Fleischmann

Walter Flex schrieb im Januar 1915 an seinen Bruder Kuno: »Es ist jetzt so kalt hier, daß man kaum schlafen kann und früh die eisverkrusteten Kochgeschirre doch nur mit Überwindung zum Kaffee-Empfang anfäßt. Die Erdlöcher sind die reinsten Eishöhlen. Deine Zigarren haben gleich drei Mann die Nasen gewärmt. Schreib’ den Inhalt der Karte nicht nach Haus. Muttel würde sich ängstigen und aushalten tun wir’s doch.» Walther Eggert Windegg: Briefe von Walter Flex. München 1927, S. 99.

Die Abbildung im Kopf der Seite zeigt einen Ausschnitt aus einer französischen Postkarte mit französischen, belgischen und luxemburger Soldaten: Frontière franco-belge-luxembourgeoise Longwy—Arlon—Luxembourg. Postkarte: Sammlung Franz Vogt.

Die Aufzeichnungen und Zitate erscheinen in der Schreibweise der Originale.

mail@handschriften-lesen.de
www.handschriften-lesen.de

Franz Vogt

Gefreiter der Landwehr

1914–1918

2. Januar 1915

Heute hatten wir Ăśbungsmarsch nach Isles. Mittag kam ich auf Parkwache. Haben dann fĂĽr einen Tag Ruhe. Posten brauche ich als Gefreiter nicht stehen, kann mich folglich richtig ausruhen.

______
Vogts Einträge lesen sich manchmal wie Anmerkungen eines Buchhalters. Warum schreibt er diese kurzen Einträge überhaupt? Der Ordnung halber? Aus Vorsicht? Tagebücher unterlagen ebenso wie Briefe und Postkarten der Zensurvorschriften. Und so kurz und knapp könnten sie  Erinnerungsstützen für später mal sein.

______

1915-01-06_bt_buillon

Im Berliner Tageblatt, 6. Januar 1915

 

 

 

>
Eintrag