Aufzeichnungen und Fotografien des Gefreiten der Landwehr Franz Vogt (1878−1944) aus Gesmold, Landkreis
Osnabrück, vom 2. August 1914 bis
16. Dezember 1918, herausgegeben und
kommentiert von Gisela Fleischmann

Die Abbildung im Kopf der Seite zeigt einen Ausschnitt aus einer französischen Postkarte mit französischen, belgischen und luxemburger Soldaten: Frontière franco-belge-luxembourgeoise Longwy—Arlon—Luxembourg. Postkarte: Sammlung Franz Vogt

Alle Aufzeichnungen und Zitate erscheinen in der Schreibweise der Originale.

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Franz Vogt

Gefreiter der Landwehr

1914–1918

27. Februar 1915

Es ist hier ein famoses Leben in Messincourt. Leute haben sich schon an uns gewöhnt. Kaufen kann man hier auch noch ziemlich alles. Wir haben Musik, Klavier und Geige, bei der Abteilung. Man spürt hier keinen Krieg. Heute Mittag fahre ich nach Matton. In diesem Dorfe ist der Krieg noch mehr gespürt worden. Einviertel der Häuser sind kaputt und viele Leute geflüchtet.

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Matton 2017 Das Haus, in dem die Deutschen von August 1914 bis zum 11. November 1918 ihr Offizierscasino hatten. Foto: G. F.

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Der kleine Ort Matton in der nördlichen Champagne war schon im August 1914 ein Schauplatz heftiger Kampfhandlungen. Deutsche Truppen marschierten am 20. August von Belgien kommend in Matton ein. Wie François Gille, der in Matton geboren wurde und lebt, aus Aufzeichnungen und Erzählungen weiß, wurde nicht, wie Franz Vogt schreibt, ein Viertel, sondern die Hälfte der Häuser in Brand gesetzt und zerstört. Matton blieb, wie die gesamte Region Ardennen und der Nordwesten des Departements Marne, bis zum Ende des  Krieges von deutschen Truppen besetzt.

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