Aufzeichnungen und Fotografien des Gefreiten der Landwehr Franz Vogt (1878−1944) aus Gesmold, Landkreis
Osnabrück, vom 2. August 1914 bis
16. Dezember 1918, herausgegeben und
kommentiert von Gisela Fleischmann

Die Abbildung im Kopf der Seite zeigt einen Ausschnitt aus einer französischen Postkarte mit französischen, belgischen und luxemburger Soldaten: Frontière franco-belge-luxembourgeoise Longwy—Arlon—Luxembourg. Postkarte: Sammlung Franz Vogt

Alle Aufzeichnungen und Zitate erscheinen in der Schreibweise der Originale.

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Franz Vogt

Gefreiter der Landwehr

1914–1918

29.-30. April 1916

29. April 1916. Wir sind heute morgen nach Esplechin in Quartier gekommen. Bin schon heute früh mit dem Rad vorgefahren. Meist sind wir auf den Höfen untergebracht. Ich bin so recht noch nicht warm geworden, musste schon bald wieder zur Abteilung zurück, wo ich auch diese Nacht wieder bleiben muss.

30. April 1916. Sonntag. Weißer Sonntag. Heute kommt Maria zur ersten heiligen Kommunion. Ich kann leider an ihrer schönen Feier nicht teilnehmen, aber in Gedanken bin ich doch zu Hause. Machte schon früh einen Spaziergang durchs Dorf, war zur Kirche, habe in der Nähe ein Schloss besichtigt. Es war so warm und frisch draußen, die Drosseln sangen, ein wahrer Hochgenuss. Heute Mittag fuhr ich nach Esplechin zurück, wo ich auf einer großen Ferme einquartiert bin. Heute Abend war’s herrlich draußen, schade, dass kein Friede ist. Man bangt immer vor der ungewissen Zukunft, sonst wär’s ja herrlich.

1916-04-29_TB_Schrift

Franz Vogts Tagebuch: 29. April 1916. Ostern 1916. Das deutsche Volk kämpft seinen Kampf im Ostersiegesglauben. Den können ihm nicht Nacht und Not und hunterttausendfacher Tod und alle Feinde rauben.

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chroniknet.de 29. 4. 1916, Samstag. In Anerkennung der Kriegsleistungen der Firma Krupp verleiht Kaiser Wilhelm II. Gustav Krupp von Bohlen und Halbach das Eiserne Kreuz 1. Klasse. Quelle: chroniknet.de/extra/ereignisse/april-1916

 

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