Aufzeichnungen und Fotografien des Gefreiten der Landwehr Franz Vogt (1878−1944) aus Gesmold, Landkreis
Osnabrück, vom 2. August 1914 bis
16. Dezember 1918, herausgegeben und
kommentiert von Gisela Fleischmann

In einer der Schlachten bei La Bassée kam es zwischen dem 13. und 17. Oktober 1914 auf beiden Seiten des Kanals zu heftigen Kämpfen zwischen deutschen und britischen Truppen. Die Briten konnten zu Anfang etwa 10 Kilometer nach Osten vordringen, wurden dann aber von den Deutschen zum Rückzug gezwungen.

Die Abbildung im Kopf der Seite zeigt einen Ausschnitt aus einer französischen Postkarte mit französischen, belgischen und luxemburger Soldaten: Frontière franco-belge-luxembourgeoise Longwy—Arlon—Luxembourg. Postkarte: Sammlung Franz Vogt.

Die Aufzeichnungen und Zitate erscheinen in der Schreibweise der Originale.

mail@handschriften-lesen.de www.handschriften-lesen.de

Franz Vogt

Gefreiter der Landwehr

1914–1918

29. Oktober 1914

Heute hatten wir einen kleinen Marsch ins Feld, um Pferde und Material zu besichtigen, eventuell neue Pferde einzuspannen. 10 Autos aus dem Bez. Oldenburg waren hier mit Liebesgaben. Heute nachmittag war ich mit zum Granatenempfangen. Die Batterien empfangen jetzt mehr von diesen Geschossen, es wird jeden Augenblick Veränderung in den Stellungen erwartet. Vielleicht wird wohl dieser Tage Verdun fallen. Dann geht’s hoffentlich mit Riesenschritten weiter. Das Sehnen der Kameraden nach der Heimat ist groß. Heute wurden schon wieder Liebesgaben verteilt.

 

[ohne Datum] La Bassee stand gehalten. Jetzt wird wohl dies Ringen entschieden werden. Urlaub gibt’s nicht mehr, es ist mir recht. Ihr seid ja alle noch munter und ich auch noch. Heinrich wird wohl nicht weg brauchen, hier ist’s nichts für ihn. So oft ich kann, gehe ich zur Kirche, das hab ich Aug. und Heini auch gesagt. Dann mag kommen was kommen will.  Auf Wiedersehen, Franz.

[ohne Datum]
La Bassee stand gehalten. Jetzt wird wohl dies Ringen entschieden werden. Urlaub gibt’s nicht mehr, es ist mir recht. Ihr seid ja alle noch munter und ich auch noch. Heinrich wird wohl nicht weg brauchen, hier ist’s nichts für ihn. So oft ich kann, gehe ich zur Kirche, das hab ich Aug. und Heini auch gesagt. Dann mag kommen was kommen will.
Auf Wiedersehen, Franz.

Eintrag