Aufzeichnungen und Fotografien des Gefreiten der Landwehr Franz Vogt (1878−1944) aus Gesmold, Landkreis
Osnabrück, vom 2. August 1914 bis
16. Dezember 1918, herausgegeben und
kommentiert von Gisela Fleischmann


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Die Abbildung im Kopf der Seite zeigt einen Ausschnitt aus einer französischen Postkarte mit französischen, belgischen und luxemburger Soldaten: Frontière franco-belge-luxembourgeoise Longwy—Arlon—Luxembourg. Postkarte: Sammlung Franz Vogt

Alle Aufzeichnungen und Zitate erscheinen in der Schreibweise der Originale.

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Franz Vogt

Gefreiter der Landwehr

1914–1918

31. Juli 1915

M. L. Wie Ihr seht, werden meine Aufnahmen schon etwas besser. Diese Aufnahme hab ich in unserem Schulhof gemacht. Hab große Bestellungen, kanns gar nicht bewältigen. 1 Bild kosten 25 Pfg. Könnte 1000de machen, wenn ich Zeit hätte. Franz.

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Fotografie: Franz Vogt

Zu Beginn des 20. Jh. kommt die Fotografie mit einfacher Technik und handlichen Amateurkameras jederzeit und überall zum Einsatz. Zwar gibt es noch keine Massenproduktionen, aber Fotografie wird bezahlbar. Franz Vogt benutzt Cellofix, eine Fototechnik ohne Film, bei der das Fotopapier direkt belichtet wird und für die Entwicklung lediglich ein Kochsalzbad zum Tonen und ein Natronbad zum Fixieren gebraucht wird. Das ›Auskopierpapier‹ Cellofix lieferte die Firma Kraft & Steudel, Dresden.

Vogt fotografiert, um zu erinnern und zu dokumentieren, was er bewundert und was ihn umgibt. Auf der einen Seite zeigt er Landschaften und schöne Häuser, auf der anderen Trümmer, Verderben und Verwüstung, Gräber von Kameraden. Eine französische Familie in Don, ›Quartiergeber‹, werden ihm (fast) zu Freunden. Sie wachsen ihm ans Herz und er fotografiert auch sie.

Der nächste Beitrag erscheint am 14. August 2015.

 

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