Aufzeichnungen und Fotografien des Gefreiten der Landwehr Franz Vogt (1878−1944) aus Gesmold, Landkreis
Osnabrück, vom 2. August 1914 bis
16. Dezember 1918, herausgegeben und
kommentiert von Gisela Fleischmann

1917-02-04_BT 236 Berliner Tageblatt, 4. Februar 1917

Die Abbildung im Kopf der Seite zeigt einen Ausschnitt aus einer französischen Postkarte mit französischen, belgischen und luxemburger Soldaten: Frontière franco-belge-luxembourgeoise Longwy—Arlon—Luxembourg. Postkarte: Sammlung Franz Vogt.

Die Aufzeichnungen und Zitate erscheinen in der Schreibweise der Originale.

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Franz Vogt

Gefreiter der Landwehr

1914–1918

5. Februar 1917

Schon mehrere Tage gehe ich zur Höhe 147, einer gefährlichen Stellung. Täglich werden wir durch feindliche Granaten vertrieben. Kaliber aller Größen schlagen ein, bis zu 28 Zentimeter. Die Erde ist durchwühlt. Zusammengefrorene Erdklötze sind weit herumgeworfen wie Spielzeug. Das Herz krampft einem zusammen, wenn man dies sieht und bedenkt, wie es möglich ist, dass christliche Menschen sich einander so nach dem Leben trachten. Wie kann die Menschheit doch ausarten, wenn Gott es zulässt. Der Herr möge sich erbarmen über die arme hirnverbrannte Menschheit.

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7/2 1917. Der kleine Hund ist der letzte der von den Bewohnern des Schlosses zurückgeblieben. Franz. Fotografie: Sammlung Franz Vogt

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Für Franz Vogt war dieser kleine Hund sicher nur ein treuer Freund. Zumindest für eine gewisse Zeit. Viele Soldaten freundeten sich mit herrenlosen Tieren an. Aber in diesem Krieg waren Hunde nicht nur treue Begleiter. Speziell dafür ausgebildet wurden sie häufig als Meldegänger eingesetzt. Mit ihrer geringen Größe konnten sie die Kampfgebiete unterhalb der Schusslinie durchqueren.

Westfront, Soldat mit Hund

Westfront, Soldaten mit einem Meldehund. Quelle: Bundesarchiv Bild 183-R32718

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Vor meinem Quartier am Sonntag Mittag nach dem Hofamt. Aufgenommen am 10. 2. 17. Franz. Fotografie: Franz Vogt

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Der nächste Beitrag erscheint am 25. Februar 2017.

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