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Aufzeichnungen und Fotografien des Gefreiten der Landwehr Franz Vogt (1878−1944) aus Gesmold, Landkreis
Osnabrück, vom 2. August 1914 bis
16. Dezember 1918, herausgegeben und
kommentiert von Gisela Fleischmann

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Theater für deutsche Soldaten in der Etappe. Quelle: Irina Renz, Plakate fürs Vaterland. Die Plakatsammlung der Bibliothek für Zeitgeschichte zum Ersten Weltkrieg. Artikelserie: 100 Jahre Erster Weltkrieg – 100 Jahre Bibliothek für Zeitgeschichte, hrsg. von Christian Westerhoff, in: Portal Militärgeschichte, 07.07.2014, URL: https://www.portal-militaergeschichte.de/renz_plakate.

Die Abbildung im Kopf der Seite zeigt einen Ausschnitt aus einer französischen Postkarte mit französischen, belgischen und luxemburger Soldaten: Frontière franco-belge-luxembourgeoise Longwy—Arlon—Luxembourg. Postkarte: Sammlung Franz Vogt

Alle Aufzeichnungen und Zitate erscheinen in der Schreibweise der Originale.

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Franz Vogt

Gefreiter der Landwehr

1914–1918

8.-10. April 1916

8. April 1916. Schon um drei Uhr hatten wir Alarm zu einer großen Übung auf Tournai zu. Dieselbe dauerte bis nachmittags drei Uhr. Verschiedene französische und belgische Dörfer haben wir berührt. Es fiel mir auf, in Belgien waren die Dörfer und Häuser sauberer wie in Frankreich. Vor allem waren die Kirchen besser aufgeputzt und nicht so verwahrlost. Die Leute sind fanatischer, man sah wenig Leute auf der Straße und im Fenster gucken.

9. April 1916. Sonntag. War heute morgen in der französischen Messe. Es wurde richtig gesungen und Orgel gespielt. Zu meiner Freude waren viele Männer, junge und alte in der Kirche, so dass der Gottesdienst so ziemlich dem deutschen gleichkam. Heute nachmittag habe ich einen Spaziergang gemacht. Abends waren viele Kameraden ins Theater, hab kein Interesse dafür. Es widert mich auch an, der Kommandant hier hat die Stühle aus der Kirche ins Theater bringen lassen.

10. April 1916. Schon früh bin ich mit dem Rad nach Lille gefahren, um Theaterkarten zu kaufen. Ein wunderschönes Frühlingswetter. Die Vögel singen so herrlich. Ein Genuss über Land zu fahren. Hab mich in Lille noch richtig umgesehen, bin dann hierher zurückgefahren. Heute Abend bin ich auf Wache kommandiert.

 

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